Alleinerziehend

Alleinerziehenden Menschen gebührt mein höchster Respekt..

Die meisten sind Frauen. Die wenigsten haben ihre Situation so gewählt.

Was es tatsächlich bedeutet, mit einem Baby ab Tag 1 allein zu sein, es alleine großzuziehen, die alleinige Verantwortung zu tragen und zudem die Existenz zu sichern – ich glaube, das kann man gar nicht erahnen. Was da für ein Kraftakt dahinter steckt und wie sehr er an die Substanz geht!

Ungewollt Alleinerziehend zu sein, von Anfang an, bringt enorme seelische Verletzungen mit sich.

Die Entscheidung, eine Familie zu gründen, ein Baby zu wollen, ist wohl die größte, die man fällen kann. Sicherlich die mit den größten Konsequenzen. Und wenn dann einer plötzlich abhaut, dich mit dieser großen Aufgabe einfach allein lässt – dann ist das ein derartiger Affront, eine solche Unglaublichkeit, da fehlen einem nicht nur die Worte, da zerbricht einfach alles.

Es ist eine vehemente Ablehnung: Gegen die Frau, gegen das Kind, gegen ein gemeinsames Leben. Vor allem aber natürlich gegen die Frau, die dieses Kind nun mal in sich trägt, bzw geboren hat. Wenn einen Mann nicht mal das gemeinsame Kind hält, dann muss man schon eine fürchterliche Person sein – so die Übersetzung in den Köpfen vieler Frauen.

Das ist natürlich Schwachsinn. Aber die Frauen haben nicht mal Zeit und Kraft, über alles nachzudenken und dieses Trauma zu verarbeiten! Ein Kind spürt Traurigkeit, also tut man alles, um solche düsteren Momente nicht hochkommen zu lassen. Und die Wunden heilen schlecht, da der Kindsvater in den meisten Fällen doch irgendwie im Hintergrund noch mitmischt.

Ich habe gute Freundinnen, die noch in der Schwangerschaft, bzw. bei der Geburt sitzengelassen worden sind. Sie funktionieren, sie arbeiten, sie rennen, sie organisieren, und haben permanent ein schlechtes Gewissen. Deswegen lassen sie dem Kind sicher mehr durchgehen, deswegen wird die Erziehung wieder schwieriger, deswegen kommen sie nie zur Ruhe.

Trotzdem schaffen sie das alles irgendwie, und ich ziehe meinen Hut vor ihnen. Gerade, wenn von Anfang an kein Vater da ist, ist es ein gewaltiger Brocken, den man bei aller Liebe zu stemmen hat.

Es ist für eine Frau nicht möglich, sich von einem Kind zu trennen, das man 9 Monate im Leib getragen hat. Für einen Mann bleibt es surreal, und deswegen scheint es ihm wohl leichter zu fallen, einfach wegzulaufen. Was er damit anrichtet, was er der Frau und auch dem Kind damit antut, ist verheerend.

Darum, liebe Männer: Habt keinen ungeschützten Verkehr, wenn ihr kein Kind in eurem Leben wollt!

Es bleibt an den Frauen hängen. Ich habe wirklich größte Achtung vor euch, die ihr diese Kinder allein großzieht, das Essen auf den Tisch bringt und euch verrenkt und verbiegt, damit ihr Job und Kind und Leben unter einen Hut bringt.

Natürlich ist es immer noch kein Zuckerschlecken, wenn sich Eltern nach ein paar Jahren trennen. Aber die meisten Männer wollen dann auch Verantwortung übernehmen, und wenn alles so läuft wie es soll, dann teilen sich die Eltern die Kinder und auch die damit verbundene Verantwortung, auch wenn sie kein Paar mehr sind.

Allein, und ich meine wirklich allein ein Kind großzuziehen ist ein eine enorme Leistung. Und ein enormes Armutszeugnis vom Elternteil, das sich aus dem Staub gemacht hat.

 

xoxo Grace2

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