Der Handywahn

Ich und mein iPhone – wir sind ein unzertrennliches Team. Es ist mein ständiger Begleiter, Unterhalter, Ratgeber, mein Lehrer, mein Diener, mein Buddy. Ich gebe es zu: Ich bin verrückt nach diesem kleinen, rechteckigen Ding! Und nicht nur das, ich bin eine bekennende Handysüchtige.

Das wäre ja schön und gut, wenn man nicht damit den Rest der Welt auf die Palme bringen würde! Vor allem natürlich seinen Liebsten. Wobei es noch mehr Frauen sind, die sich am Handykonsum ihrer Männer stören. Sagt zumindest eine Umfrage.

Eine US-Studie hat ergeben, dass 75% der Frauen das Gefühl haben, das Smartphone nehme ihnen den Partner weg. Mehr als ein Drittel regt sich darüber auf, dass der Typ mitten im Gespräch das Handy zückt und draufschaut. Zwei Drittel bezeichnen das Handy als DEN Romantikkiller schlechthin!

In Liebesfragen steht das arme, kleine Ding also nicht allzu gut da. Und wie man in meinem Fall sieht, ist das nicht auf dem Mist der Männer gewachsen, sondern ist geschlechterübergreifend.

Ich würde mich gerne wehren, meinen kleinen Liebling verteidigen, auf mein Recht auf Handyfreiheit pochen und alle Vorzüge des Smartphones herausstreichen und ihnen huldigen – aber hey, die Kritiker haben alle recht.

Es geht zu weit.

Schaut uns doch mal alle an! In der Bim, an den Bushaltestellen, an den Konzerten, in Restaurants – wir holen die Welt zu uns rein, anstatt dass wir die Augen öffnen und in sie hinausgehen!

Das hätte nämlich den Vorteil, dass wir Dinge und Menschen sehen würden, mit denen wir nicht gerechnet hätten. In unserer Handywelt ist alles berechenbar und egozentrisch, ohne dass es tatsächlich zu einer Auseinandersetzung mit sich selbst kommt. Gut dosiert eine Wohltat, aber unkontrolliert ein absoluter Leerlauf.

An Konzerten kommt schon gar keine Stimmung mehr auf, weil alle damit beschäftigt sind, das Konzert mit dem Handy zu filmen, anstatt es zu erleben. Das Handy ist ja längst kein Telefon mehr, das ist nur ein Nebeneffekt. Man schickt sich inzwischen sowieso lieber Nachrichten, statt miteinander zu reden, was ein Missverständnis nach dem anderen nach sich zieht.

Ich für meinen Teil, werde Handyzeitfenster in meinen Tag einbauen. Abgesehen von diesen Zeiten (ja, ich bin stark süchtig, die Zeiten sind im Plural), wird das Handy in meiner Tasche ruhen. Wir brauchen jetzt Abstand. Eine Pause. Es kann so mit uns nicht weitergehen. Es liegt nicht an ihm, es ist meine Schuld, ICH bin es!

Adiö, Dauerbegleiter iPhone x, ich muss jetzt erwachsen werden. Uff. Wir bleiben Freunde, ich versprechen es!

Ja, es gibt eine eigene Welt in diesem kleinen Smartphone. Wir sollten trotz all seinen vielen Vorzügen die richtige Welt da draussen aber noch wahrnehmen. Und vor allem die Menschen die da sind, ganz real. Die kann man später nämlich nicht einfach so aufladen.

 

xoxo Grace2

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