Dein Schatten und du

Ach, die Liebe… sie ist etwas Herrliches! Was für ein Glück, wenn man den Menschen gefunden hat, mit dem man durch Dick und Dünn gehen möchte. Und auch kann!

Als Paar ist man doppelt so stark. Man hat jemanden, der einem bei Entscheidungen hilft, der mitdenkt, für dich denkt, an dich denkt. Jemand, der dich liebt. Der sich kümmert. Wir alle sehnen uns nach einer Partnerschaft, denn sie ersetzt die Sippe, die in unserer Neandertaler-DNA gespeichert und verwurzelt ist.

Brauchen tun wir, wirtschaftlich und praktisch gesehen, allerdings niemanden.

Darum ist es umso schöner, wenn eine Partnerschaft funktioniert und sie uns bereichern kann.

Und dann gibt es die Individuen, die sich darin verlieren. Die plötzlich keine Individuen mehr sind. Es gibt sie nur noch zu zweit. Man sieht sie nie mehr ohne ihren Partner, der fortan zu ihrem Schatten wird.

Du kannst dich mit ihnen verabreden, vielleicht ist der Schatten zur besagten Zeit tatsächlich nicht mal im Café. Aber es dauert keine 10 Minuten, und er taucht auf. Zufällig, weißt du.. Oder du machst einen Ladies-Abend und lädst deine Freundinnen ein. Die einzige, die zu zweit auftaucht, ist die mit dem Schatten.

Es gibt sie nicht mehr allein. Kein Ausflug mehr, kein Ausgehen, kein Shopping. Zumindest fahren wird der Schatten, oder sie dann abholen.

Sie redet auch nur noch von uns. Wir mögen diesen Wein. So etwas machen wir nicht. Das wollen wir schon lange sehen. Und keine Entscheidung wird ohne den Schatten gefällt.

Verliebt sein ist wunderschön. Der Drang, den Liebsten oder die Liebste ständig bei sich zu haben, ist verständlich. Anfangs. Aber irgendwann kippt es. Dann wird dieses Aneinander-Kleben ungesund. Es verhindert andere soziale Kontakte, denn das Zweierteam bildet eine Front.

Es ist auch riskant, denn wer sich nur auf einen einzigen Menschen verlässt, ist nicht breit abgestützt. Verliert er diese eine Säule, zieht es ihm regelrecht den Boden unter den Füßen weg.

Zudem glaube ich nicht, dass eine intensive, symbiotische Partnerschaft tatsächlich auf Liebe basiert. Ich glaube viel eher, dass sie mit Macht und Besitzanspruch einhergeht.

Wie man seine Partnerschaft leben will, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Das ist eine sehr persönliche Geschichte. Aber man sollte sich vielleicht doch ein paar Gedanken machen, ob man eine Welt ohne einen Schatten leben will. Die Sonne scheint nicht 24 Stunden. Und wer das glaubt, steht vielleicht unter einem künstlichen Licht.

xoxo Grace2

2 Kommentare zu „Dein Schatten und du

  1. Ich verstehe Menschen nicht, die solche Beziehungen leben.

    Aus zwei Leben eines zu machen, das kann bedeuten, ein Leben wird aufgegeben oder gar beide, und es gibt nur noch das gemeinsame. Aber ist es nicht besser, dieses gemeinsame Leben zusätzlich zu den zwei existierenden, bereits und im Augenblick auch immernoch gelebten Leben zu erleben? Das ist meine Art, meine Idee von Beziehung …

    Gefällt 2 Personen

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