Sag „Ich liebe dich“

Ich war mit einer Freundin auf einem Einkaufsbummel. Als wir so Arm in Arm durch die Innenstadt schlenderten, blieb sie auf einmal stehen und sagte: „Anna, das ist richtig schön, wie wir zwei das zusammen machen. So mit Umarmen und so. Und du sagst bei jedem Telefongespräch am Schluss, dass du mich lieb hast. Immer. Das machen nicht alle Freundinnen so.“

Ihr könnt euch vorstellen, dass mich vor Rührung fast der Schlag traf. Wie und DASS dieses Mädchen über unsere Freundschaft nachdachte, war und ist mehr als wundervoll. Und die nächste Emotion war ein Schmerz. Darüber, dass das tatsächlich nicht alle erfahren.

Wir lieben unsere Freunde, ist ja klar. So sollte es sein. Und weil das so klar ist, verpassen viele die Worte. Und die Gesten.

Aber zB Kinder brauchen das. Sie brauchen körperliche Nähe. Und sie brauchen die Worte. Ihnen ist bei Weitem nicht alles klar. Unser Geschimpfe, unsere Erziehung, das alles prägt. Und wie so oft im Leben erwähnt man mehr was stört, als dass man lobt, was ist.

Dass sie geliebt werden, ist ein existentieller Baustein in der kindlichen Entwicklung. Der wichtigste überhaupt!

Eltern sind ihre Götter. Die Wahrheit der Eltern wird zur derjenigen der Kinder. Es ist wichtig, den Kindern zu sagen, dass man sie liebt. So wie sie sind. Auch wenn sie Mist bauen, auch wenn sie gerade nerven – auch dann sind sie noch geliebt. Und das müssen Kinder erfahren!

Ich habe das Glück, eine sehr liebevolle Oma und Tante gehabt zu haben. Vor allem mein Oma wurde nicht müde zu sagen, wie stolz sie auf mich war und wie großartig ich sei. Aus mir ist deswegen keine verzogene, egozentrische, selbstverliebte Göre geworden. Ich bin selbstkritisch, und wie, aber ich habe eine tiefe Sicherheit in mir, dass die Welt gut ist. Und dass sie mich nicht nur stumm duldet, sondern ich ein willkommener Teil von ihr bin.

Dieses Gefühl sollten wir unseren Kindern unbedingt vermitteln. Aus ihnen werden Erwachsene, die diese Haltung in die Welt hinaustragen und anderen Menschen auch das Gefühl geben können, sie seien gut, so wie sie sind.

Und wir selber? Wir könnten den anderen Erwachsenen ruhig auch öfters sagen, dass wir sie toll finden. Warum fällt uns das bloß immer so schwer?

Oft hält uns die Angst davon ab, dass diese Liebe oder Zuneigung nicht erwidert wird. Aber Liebe ist kein Tauschgeschäft!

Liebe gilt nicht erst dann, wenn sie erwidert wird. Liebe gilt, wenn wir sie zulassen.

Selbst wenn sie in der gewünschten Form nicht zurückkommt – spätestens, wenn euch jemand ins Gesicht sagt, dass ihr toll seid, spätestens da findet ihr den anderen doch auch ein bisschen gut. Oder?!

Wir alle brauchen Liebe. Wir holen sie uns in Form von Anerkennung, für unsere vermeintlichen Erfolge. Wir holen sie uns in Äußerlichkeiten. Wir suchen sie in vielen Formen. Aber immer sind wir auf der Suche nach Liebe und nach Akzeptanz.

Wir würden es uns gegenseitig so viel leichter machen, wenn wir diese Akzeptanz zur Verfügung stellten. Und Kindern sind wir es sogar schuldig.

xoxo Grace2

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