Darf ich, Schatz?

Liebe Männer und Frauen

Ich freue mich aufrichtig, wenn ihr euren Topf gefunden habt. Oder Deckel. Yin-Yang, die bessere Hälfte, ihr wisst schon. Eine schöne Partnerschaft ist wunderbar und bereichert einen Menschen wie kaum etwas Anderes im Leben. Denn ein Partner spiegelt uns, immer, zieht uns magisch an, weil wir Eigenschaften und Dinge in ihm sehen, die wir gerne in unserem eigenen Leben haben möchten.

Gefährlich hingegen wird sie, wenn die Grenzen zwischen den Partnern verschwimmen. Wenn man sich im Andern nicht mehr differenziert spiegelt, sondern ihn sich anziehen will.

Wieviele Paare „erlauben“ und „verbieten“ einander. Ich kann das nicht verstehen. Ganz ehrlich nicht. Wir sind und bleiben Individuen. Es ist nicht nur wichtig, sondern auch sehr inspirierend und bereichernd für eine Beziehung, dass man auch ohne einander Dinge erlebt.

Sie würde unheimlich gerne mal mit den Mädels nach Kärnten, aber Patrick möchte das eben nicht. Gut, sie will ja auch nicht, dass er ohne sie einen Wochenendausflug mit den Kumpels macht. Zum Anker oder Ströck um die Ecke dürfte er vielleicht einmal. Aber bloß nicht nach Ibiza!

WIESO NICHT?!

Weil dann ETWAS passieren könnte?! Glauben diese Paare ernsthaft, zum Fremdgehen brauche es lediglich unkontrollierte Nächte?

WIESO?!

Glaubt sie, wenn er auf Ibiza merkt, dass er ohne sie Spaß haben kann, dass er dann nie mehr zu ihr zurückkommt? Hält sie so wenig auf sich?

Ich für meinen Teil bin mit 20 nicht von Zuhause ausgezogen, um mir einen Papi zu suchen, der mir „erlaubt“, mich frei zu bewegen. Ich bin erwachsen. Ich weiß, was ich tue. Und ich möchte eine Partnerschaft, in der ich auch als diese Erwachsene betrachtet und respektiert werde.

Wichtig, überlebenswichtig sind in einer Partnerschaft Absprachen. Das ist weder romantisch, noch schön, aber in einer Beziehung muss immer wieder neu verhandelt werden. Die Frage sollte nicht lauten „darf ich?“, sondern

WIE WOLLEN WIR DAS MACHEN?

Das halte ich für den zentralsten Satz in einer Gemeinschaft! Sei es, um die Gestaltung des Wochenendes zu besprechen, oder wie man es handhabt, wenn er geschäftlich irgendwohin verreisen muss. Sind Kinder im Spiel, ist diese Frage unerlässlich.

Wenn ich mal Kinder habe, kann nicht aus dem Haus laufen und meine Kinder ihrem Schicksal überlassen. Also wenn ich mit meinem Kind (welches ich noch nicht habe) nach Kärnten, Italien oder Ibiza fahren will, frage ich meinen Partner nicht, ob ich das darf, sondern

WIE WOLLEN WIR DAS MACHEN?

Egal, welche Herausforderungen dem einzelnen Partner begegnen, auch wenn er sie alleine lösen muss, kann er den Anderen mit einbeziehen mit dieser simplen Frage

WIE WOLLEN WIR DAS MACHEN.

Immer diese Annahme, der Andere wüsste schon! Er weiß es eben nicht! Man muss reden miteinander. Immer wieder.

Und man darf nicht vergessen, bei aller Liebe, dass der Partner ein Begleiter ist, und nicht ein unmündiges Kind, über das man verfügt und bestimmt. Wahrscheinlich in der besten Absicht, um zu beschützen und zu beraten – aber der Andere ist erwachsen. Er kann Entscheidungen für sich selber treffen, und das sollte er auch.

Klammern ist immer ein Zeichen der eigenen Unsicherheit. Es wird nichts besser machen, ganz im Gegenteil. Erst wenn man loslassen kann, hat der andere überhaupt die Möglichkeit, auf einen zuzugehen.

Auf dieser Basis kann man sich hoffentlich auf Augenhöhe begegnen, eine schöne Zeit haben und sich einfach freuen, wenn man den Liebsten wieder in die Arme schliessen kann.

xoxo Grace2

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s