Nur kein Ärger!

Der Wein hat Zapfen. Vermutlich. So gut kennt sie sich ja auch wieder nicht aus. Aber er schmeckt komisch. Nun denn, trinken kann man ihn ja irgendwie. Die anderen reagieren auch nicht, also nippt sie weiter am Glas, wenn auch nur wenig, denn er schmeckt wirklich komisch. Aber sie will ja keinen Ärger machen und sagt keinen Ton.

Sie kommen ins Restaurant. Der Kellner weist ihnen einen Tisch zu, der höchst ungünstig mitten im Raum steht. Außerdem ist er unheimlich klein. Rundherum ist es nicht voll, es gäbe durchaus andere, größere und schönere Tische. Aber jetzt hat man ihnen halt den zugewiesen. Sie wollen keinen Ärger machen, also setzen sie sich hin und sagen keinen Ton.

Er macht die Rechnung auf. Letzte Woche musste der Klempner vorbeikommen und ein Rohr reparieren. Keine große Sache. Ein netter Kerl, dieser Handwerker. Hat viel geplaudert und erklärt, das sei eine kleine Sache sei, die er in 10 Minuten repariert hatte. Die Rechnung betrug 360 Euro. Wow. Für diese kleine Sache? Aber er will keinen Ärger machen, zahlt zähneknirschend die Rechnung sagt keinen Ton.

Gell, beim Geld hört’s bei den meisten auf, oder?!

Es sind nur Beispiele. 3 von vielen Situationen, in denen man keinen Ärger machen will und stumm hinnimmt, was offensichtlich nicht stimmt.

WIESO?!

Wieso glauben so viele Leute, sie dürfen keinen „Ärger machen“?!!

Sind Korrekturen schon Ärger?! Sind die eigenen Wünsche Ärger? Sind Möglichkeiten, seine Situation zu verbessern tatsächlich Ärger, nur weil sie andere Personen miteinbeziehen?

Nein. Nein, nein, und nochmals nein!

Es ist immer der Ton, der die Musik macht! Man kann in aller Freundlichkeit um eine neue Flasche Wein bitten. Dem Kellner tut das nicht weh, der hat täglich damit zu tun. Man kann freundlich nach einem anderen Tisch fragen. Und man kann freundlich Rechnungen korrigieren oder sich erklären lassen, wie sie zustande gekommen ist.

Wir müssen mehr reden. Wir dürfen die Auseinandersetzung nicht scheuen! Auseinandersetzung kann nämlich durchaus fruchtbar und freudig passieren.

Auch wenn es nicht um Materielles geht, sondern um das Verhalten gewisser Menschen. Es muss nicht immer Zerwürfnis vorprogrammiert sein, wenn man anspricht, was einen irritiert. Man kann nach dem Verhalten des anderen fragen. Man kann davon sprechen, wie man sich eine harmonische Freundschaft vorstellt. Nur so kann man Beziehungen verbessern, egal welcher Art sie sind.

Nur kein Ärger bedeutet eben nur keine Veränderung. Aber das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken. Cheers.

 

xoxo Grace2

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