Meine Trennung nach 8 Jahren

Viele von euch verfolgen meinen Blog schon von Beginn an und kennen die ersten Beiträge. Ihr habt von meiner Beziehung mitbekommen und deswegen will ich euch einen schonungslos ehrlichen Beitrag verfassen für diejenigen unter euch, die vielleicht ähnlich an einer Trennung wie ich gelitten haben und mit dem Thema abschliessen.

Der Beitrag fällt sehr persönlich aus und ist entsprechend lang, deswegen gibt es hier eine kleine Ansage für diejenigen unter euch, die einfach nur wieder Unsinn kommentieren wollen oder die meine Art zu bloggen für unprofessionell halten ,sollten spätestens in diesem Moment aufhören zu lesen und sich lieber den künftigen Beiträgen widmen. Dieser Beitrag ist nur für diejenigen gedacht, die entweder selbst an Liebeskummer leiden oder gelitten haben und einfach ratlos sind/waren oder an die, die sich ganz besonders für mein Person interessieren und meine privaten Texte vermisst haben. Hier kommt meine Geschichte.
 
Um nochmal kurz drauf einzugehen: 8 Jahre lang habe ich mit meiner großen Liebe eine Beziehung geführt, kurz nach Beginn davon haben wir schon zusammengewohnt und in dieser Zeit ist, zumindest bei mir, diese Liebe nicht weniger geworden, sondern je länger wir zusammen waren, desto mehr liebte ich ihn. Ich bin halt eben so – ich brauche immer länger, bevor ich mich wirklich öffne und jemanden lieben kann. Ich brauche Zeit und ich brauche Nähe. Wir waren glücklich, denn eigentlich war alles gut und ich war nicht die Einzige, die dachte irgendwann würden wir heiraten und Kinder kriegen. In den letzten 3 Jahren haben wir dann begonnen uns häufig zu Streiten, schon wegen Kleinigkeiten wie „Wieso schläfst du im Winter mit offenem Fenster ein und die Heizung rennt.“ wobei ich dies nicht mit Absicht tat. Es war einfach nicht leicht, wir gingen nicht mehr zusammen aus und nichts, waren immer nur Zuhause und das hat mich sehr mitgenommen, da ich jemand war der gerne ins Kino ging, etwas unternahm und im Freien war und nicht bloß Zuhause hockte.

 


Ich hab gelitten und das nicht nur eine Woche, einen Monat, sondern im Endeffekt 3 Jahre. In dieser Zeit habe ich alles versucht um wieder klar zu kommen und dann war es aus. Ich glaube was Liebeskummer angeht bin ich mittlerweile Expertin und was deren Bekämpfung angeht, habe ich, glaube ich, alles ausprobiert und einfach nur alles Erdenkliche getan, um mit dem Fakt klarzukommen, dass mein Ex-Freund nun Vergangenheit ist. Dass wir nie wieder zusammen sein werden. Dass es zu spät ist.
Dass wir es verkackt haben. Ich habe die Situation ziemlich genau analysiert und bin die Fragen in meinem Kopf immer und immer wieder durchgegangen.

 


Worin lag der Fehler?
Was habe ich falsch gemacht?
Warum hat es nicht geklappt?
Waren wir vielleicht doch nicht füreinander bestimmt?

Fragen über Fragen und glaubt mir, ich habe mich wirklich selbst oft damit gequält.


 
Es kamen übrigens oft Kommentare a la „die heult ständig rum wegen so ein bisschen Liebeskummer“ und „Luxusprobleme“ und „ich wünschte das wären meine schlimmsten Sorgen im Leben gewesen“ und ja, mag sein, dass viele das nicht nachvollziehen können, aber ohne detailliert drauf einzugehen, könnte ich euch von Dingen aus meinem Leben berichten, die oberflächlich betrachtet vielleicht schlimmer sind oder die Andere als (viel) schlimmer betrachten würden, aber vielleicht ist das der Unterschied, denn schließlich habe ich mich mit vielen Menschen über solch einen Verlust unterhalten und möglicherweise war einfach die Intensität dieser Liebe eine andere und wer so eine Liebe in seinem Leben schonmal erleben durfte, der weiss jetzt was ich meine, denn diese Intensität ist unbeschreiblich – man muss sie schon selbst erleben, um sie nachvollziehen zu können.
 Ebenso der Verlust.

 

 


 
Ich will jetzt nicht sagen, dass ich nur rumgeheult habe in dieser Zeit! Nein, es ging mir auch wieder gut oder zumindest besser und ich hatte schöne Tage, auch mit anderen Menschen, aber ich habe ihn halt einfach vermisst. Und auch wenn der Schmerz permanent da war habe ich ihn akzeptiert und er war ein Teil von mir und auch wenn er mit der Zeit kleiner wurde, ganz weg ging er nie. Man gewöhnt sich nur einfach daran und vielleicht nimmt man es irgendwann gar nicht mehr so wahr, nur in diesen Momenten, wo man ganz ehrlich zu sich selbst ist, stellt man fest, dass man vielleicht doch nicht so ganz drüber hinweg ist, wie man vielleicht nach außen hin tut oder wie man es gerne wäre. Diese Momente der Flashbacks treffen dich wie Ohrfeigen.


Jetzt habe ich ziemlich viel drumherum geredet, denn alles deutet darauf hin, dass ich jetzt hier das eine Wundermittel habe, das euch von Liebeskummer befreit.
Das habe ich natürlich nicht, aber vielleicht hilft es ja, wenn ich euch von meinem Weg der Befreiung erzähle und ihr für euch Rückschlüsse ziehen könnt, denn tatsächlich haben wir alle unterschiedliche Ausgangssituationen.

 

 


 
Die Schwierigkeit meiner Situation war nämlich folgende:
Ich will Monsieur ja nicht immer schlecht machen.
Im Gegenteil: Ich war ja nicht ohne Grund mit ihm zusammen. Ich habe ihn geliebt und in meinen Augen waren wir das perfekte Paar und er der perfekte Mann. Und das war eben das Problem. Ich bin nicht unbedingt die bindungsfreundlichste Person der Welt. Es ist nicht so, dass ich mich ungern auf Menschen generell einlasse – es ist nur sehr schwierig an mich so ranzukommen, dass ich jemanden so liebe, dass ich auch nachhaltig unter einem Verlust leiden würde. Und ich muss zugeben, dass mich das bei ihm zeitweise sogar selbst überrascht hat, wie weit ich für ihn gegangen wäre, denn ich habe es schlichtweg nicht von mir erwartet. So viel Gefühl. Hinzu kommt, dass ich, wenn ich dann mal jemanden mag mir echt sehr viel Mühe gebe und an mir arbeite. Ich will, dass mein Partner bedingungslos glücklich ist an meiner Seite und es ihm an nichts fehlt. Ich will ihn immer wieder positiv überraschen und ihn glücklich machen, natürlich ohne mich dabei zu verstellen. Aber eine glückliche Beziehung erfordert nunmal viel Arbeit, aber man macht es gerne, zumindest sollte man das. Im Nachhinein würde ich schon sagen, dass ich sehr große Fussstapfen hinterlassen habe und es meinen Nachfolgerinnen damit auch nicht unbedingt leicht gemacht habe.


E waren sehr witzige Tage in meinem Kopf, wo ich immer und immer wieder durchgegangen bin, was ich denn nun falsch gemacht habe und die Schuld bei mir gesucht habe. Der letzte und vielleicht wichtigste Punkt, der mir die Verarbeitung besonders schwierig gestaltet hat ist der, dass mein Ex (auch wenn ich gern schonmal seine negativen Seiten betont habe) viele positive Seiten hat. Wie gesagt, er war ja nicht umsonst der Mann, der mich so krass binden konnte und das hatte seinen Grund. Er ist wirklich ein toller Mann, zwar mit vielen schwierigen Eigenschaften aber auch sehr vielen positiven, bzw. solche Art von Eigenschaften, die ich an einem Menschen ganz besonders schätze und die grade in der Kombination sehr selten vorkommen. Er hat also auch große Fussstapfen bei mir hinterlassen, es seinen Nachfolgern nahezu unmöglich gemacht getoppt zu werden.

 

 

Ich habe es ja wirklich versucht mich neu zu orientieren, aber wenn man mal ehrlich zu sich selbst ist, so vergleicht man automatisch immer den Ex-Freund mit dem Neuen und auch wenn man weiss, dass das falsch ist, man nicht vergleichen kann usw. so macht man es irgendwie, auch unbewusst, doch. Also ich zumindest. Leider schnitten diese im Vergleich immer nicht so geil ab. Man kann zwar einen Mercedes fahren, aber wenn man nunmal einen Lamborghini gewohnt ist, ist es einfach nicht das Gleiche. Die Schwierigkeit bestand also auch noch darin, das Niveau, das man kennt und gewöhnt ist entweder zu halten oder zu toppen. Und so einem Schlag Mensch begegnet man nunmal nicht so oft im Leben, aber wie war das nochmal mit den Töpfen und Deckeln. Bevor ich also glücklich werden konnte, habe ich quasi eine Analyse erstellt, warum ich es so schwer hatte das Ende dieser Beziehung zu verarbeiten. Übrigens glaube ich mittlerweile ganz gut zu wissen, was mein „Fehler“ war, bzw. was ich „falsch gemacht habe“. Das rauszufinden hat mir sehr gut getan, weil ich dann einen Grund hatte und in meinem Fall sehe ich den Grund als Etwas das zu mir gehört und ich einfach nicht ändern möchte oder kann, ohne jetzt näher darauf einzugehen. Ich habe ja schon angedeutet, dass ich auch nichts unversucht gelassen habe, um wieder klarzukommen und deswegen will ich kurz erläutern, was ich alles versucht habe und wie mich das weiter gebracht hat:


– viel Zeit mit Freunden verbringen:
 hilft tatsächlich ganz gut. Man kann zusammen hassen, miteinander reden und sich einfach ablenken. Außerdem ist jemand da, der einen daran erinnert, was für einen Scheiß dein Ex-Partner gebaut hat, weil man selbst vergisst das leider schnell und verzeiht oder verdrängt es einfach. Funktioniert aber leider nur anfangs, denn irgendwann haben deine Freunde einfach keinen Bock mehr und erwarten von dir, dass du wieder happy bist und sind das Thema Leid. Wenn du es bis dahin noch nicht soweit bist, solltest du dir entweder neue Freunde suchen, die es noch nicht Leid sind, oder deine Freunde nicht mehr nerven und deine Gedanken für dich behalten. Zumindest wenn du deine Freunde behalten willst, denn nichts ist nerviger als immer und immer wieder das gleiche Thema durchkauen zu müssen.
 

– Ratgeber lesen:
 Ja, Tatsache, habe ich echt gemacht und es ist mir fast schon ein bisschen peinlich, aber ein Therapeut hätte mich vermutlich mehr Geld gekostet. Bücher wie „Scheisskerle“ & Co haben sich zwar tatsächlich irgendwo auch gelohnt, denn ich konnte einige wertvolle Schlüsse ziehen und ich würde es tatsächlich auch vielen empfehlen sich mal auf diesem Weg mit dem Kummer auseinanderzusetzen, aber im Nachhinein ist bei mir folgendes passiert: ich habe es einfach vergessen oder verdrängt, denn letzten Endes kannte ich nichts über den/die Autorin und wer weiß, ob die überhaupt Ahnung haben und pauschal kann man das ja auch nicht immer alles anwenden, und .. was auch immer. Es wird euch immer ein Grund einfallen, warum es dann am Ende doch nicht so ist und dass sich jeder Mensch ändern kann, wenn er doch nur will und dann passen die Ratschläge auch nicht mehr und und und .. Es gibt viele Wege sich selbst das einzureden, was man sich einreden möchte und auf Ignoranz zu schalten.

 


– Feiern gehen:
 Klar, funktioniert super. Und irgendwann steht man auf der Tanzfläche, ist schlimmstenfalls nicht ganz nüchtern, vermisst den Ex, hofft insgeheim, dass er ritterlike auftaucht, einen aus diesem Scheiß hier rauszieht und ihr glücklich miteinander nach Hause geht, was leider sehr unwahrscheinlich ist und in diesem Moment rate ich Niemandem sein Handy mit seiner Nummer die man entweder noch auswendig kann oder in deinen Kontakten gespeichert in greifbarer Nähe zu haben: Kann dazu führen, dass man am nächsten Tag das Gefühl hat, dass es nicht nur der Kater ist, der einen umbringt.
 
– Alles ändern: 
in meinem Fall kann ich von einer Rundumerneuerung berichten, kurz nachdem wir uns getrennt haben: ich habe einige Kilos verloren (tatsächlich unfreiwillig, weil ich einfach nichts mehr runterbekommen habe), neue Haare, neue Tattoos, neue Klamotten, neue Wohnung inkl Komplettrenovierung. In meinem Fall habe ich nicht nur die Wohnung gewechselt, sondern bin gleich in eine andere Stadt gezogen – Sehr empfehlenswert.


 
– sich ein Hobby anschaffen oder sich in die Arbeit stürzen: 
Auf einmal hat man viel mehr Zeit und in meinem Fall auch Geld. Was damit machen? Produktiv und sinnvoll einsetzen. Ihr müsst euch über folgendes klar sein: Eine Karriere wacht nicht einfach morgens neben euch auf und hat keinen Bock mehr. Macht euer Glück nicht von einer anderen Person abhängig, sondern leitet eure Leidenschaft um und schafft etwas auf das ihr stolz sein könnt. Das macht nicht nur euch als Mensch interessant, sondern kann einen auch wirklich erfüllen
Nie war ich so kreativ, wie zu der Zeit, als ich traurig war. Die Gedanken und Ideen sprudelten nur so aus mir raus und so entsteht auch dieser Beitrag.

 


– viel Reisen: 
ich dachte ja irgendwie es wäre eine prima Idee die Zeit zu nutzen und so richtig viel rumzukommen. War es auch prinzipiell, aber nicht zum Ablenken, denn ich sag nur soviel: „Wenn er jetzt mit mir hier wäre, dann…..“ Hello, Sehnsucht! Lang nicht mehr gesehen! neue Beziehungen und Affären: da ist jeder anders und für einen bestimmten Zeitpunkt wirkt es ganz gut, insbesondere weil man seine Gefühle umlenken kann. Ging bei mir nur immer bis zu einem gewissen Moment ( der Vergleich..) gut, aber geschadet hat es mir dennoch nicht. Einfach ausprobieren. Manchmal entwickeln sich dann daraus die verrücktesten Sachen.

 


– Einsperren und sich in seinem Schneckenhaus verkriechen: 
Mache ich immer, wenn es mir nicht so gut geht. Dann verkrieche ich mich und wenn es mir richtig kacke geht, dann gehe nicht ans Telefon, beantworte keine Mails und will einfach allein sein. Geht nur leider nicht auf Dauer und bringt auch nicht viel, außer dass man sich seiner Umwelt nicht antut, was manchmal auch besser ist. Dennoch sehr empfehlenswert, denn manchmal sollte man sich einfach Zeit nehmen und sich mit sich selbst auseinandersetzen. Wer nicht allein sein kann, der kann auch nicht zu Zweit sein. Klingt ätzend, ist aber leider absolut wahr. Ich kann leider Niemanden ernst nehmen, der mir einen von der großen Liebe erzählt und von Beziehung zu Beziehung hüpft. Einige Monate sollten da schon vergehen, bis man sich wirklich wieder vernünftig binden kann.

 

 


 
Wie ihr seht, hat mir alles nur bedingt weitergeholfen, aber es hat mich weitergebracht und den Grundstein dafür gelegt, dass ich wieder glücklich werden konnte. Ich habe viel Zeit in meinem Kopf verbracht und immer wieder die Situation analysiert. Es hat mir im Übrigen auch sehr geholfen, dass ich mittlerweile glaube den Grund zu kennen. Nur nach vielen Auseinandersetzungen mit mir konnte ich letzten Endes zu den Entschlüssen kommen, die mir mein Leben leichter gemacht haben. Klar ist es einfacher zu verdrängen oder sich in die nächste Beziehung zu stürzen, aber früher oder später holt euch die Vergangenheit doch ein – spätestens, wenn es immer wieder an den gleichen Sachen scheitert oder ihr merkt, dass ihr immer wieder dieselben Fehler macht. Nutzt die Zeit, um euch persönlich voranzubringen, euch also zu verbessern und eben nicht dieselben Fehler zu machen. Nutzt auch die gewonne Zeit, um euch selbst voranzubringen. Niemand will mit jemandem zusammen sein, der sich komplett abhängig macht. Findet etwas, das euch erfüllt, abseits eures Partners – ob Blog, Fotografie, Literatur oder euer Job – definiert euch über das was ihr seid und nicht über euren Partner und lebt eure Unabhängigkeit aus.
Auch der Beschluss den Kontakt komplett abzubrechen und zu keinem Zeitpunkt wieder aufzunehmen haben mir geholfen mich an den Verlust zu gewöhnen. Hinzu kam, dass ich vor einiger Zeit beschlossen habe mich wirklich erst dann wieder an jemanden zu binden, wenn ich es komplett ernst meine und eine Zukunft sehe und nicht wenn ich da „reingedrängt“ werde und dem nachzugeben. Und dann auch ohne wenn und aber und ganz offiziell. Diese Ruhezeit empfinde ich als sehr erfüllend und entspannend. Letzten Endes muss man sich vielleicht wirklich einfach nur neu verlieben, damit man die alte Liebe endgültig gehen lassen kann, doch dahin zu kommen wird alles andere als leicht und wird sich bei mir echt als langer Weg entpuppen. Jetzt bin ich so froh und dankbar, dass ich mich aus der Spirale befreien konnte und diesen Mann losgelassen habe. Ich wünsche euch alles Gute für euren Weg und drücke euch die Daumen. Ich hoffe ich konnte euch ein wenig Hoffnung geben, dass letzten Endes doch alles gut werden kann.

 

xoxo Grace2

13 Kommentare zu „Meine Trennung nach 8 Jahren

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