Herzlich Willkommen!

Einladungen sind eine schöne Sache! Ich liebe es, Menschen an meiner Tafel zu versammeln, zusammen zu essen, zu trinken und zu lachen. Das habe ich schon in meinem Elternhaus gelernt, bei uns war ständig Halli Galli, und so ziehe ich das selber weiter, denn wie gesagt, ich liebe es.

Wir mussten die Schuhe ausziehen. Gut, das ist hierzulande verbreitet und das muss man wohl auch einfach akzeptieren. Ich finde es nach wie vor befremdlich, zumal die Gastgeber auch 2 Hunde hatten, die keine Kaschmirsöcklein trugen, aber item. Ihr Haus, ihre Regeln.

Dann kamen wir ins Wohnzimmer, und dort erschallte in Konzertlautstärke Kindermusik für 2jährige. Laut. In der Endlosschlaufe. Keine Chips, keine Nüsse, nur ein komplettes Chaos, was man Eltern nicht nachtragen kann. Trotzdem unterdrückte ich den Zwang, nachzufragen, ob wir sie allenfalls stören würden? Vielleicht hatten wir uns ja in Zeit und Datum geirrt?!

Irgendwann zeigte man zum Tisch. Dort stand nichts. Der Gastgeber klärte uns auf, dass es in der Küche Fajitas gäbe, und zwar für jeden 2. Also abgezählt. Für jeden. Und dass wir die Füllung dabei abwechseln sollten, sonst hätte es nicht genug für alle. Und wieder hatte ich ein schlechtes Gewissen, dass wir es gewagt haben, überhaupt dort aufzukreuzen und diesen Leuten die Haare vom Kopf zu fressen.

Getränke konnte man am Wasserhahn holen. Also sie holten das schon für uns. Wir waren ja schliesslich die Gäste. Ich liebe Wasser vom Hahnen, übrigens, ich war nur irritiert, dass das bei jedem Glas einzeln in der Küche geholt werden musste.

Ich hatte sehr bald Kopfschmerzen. Die Gastgeberin sah ich kaum, sie hatte mit dem Kind zu tun. Dem 5jährigen notabene. Der Gastgeber war etwas im Stress, vor lauter Wasser auffüllen, aber ihm schmeckten die Fajitas, so sagte er jedenfalls. Mein Mann verlangte Wein, was mit lautem Gelächter quittiert wurde. Dann fragte der Gastgeber etwas erschrocken, ob er tatsächlich etwas Wein wollte, denn dann würde er schon welchen holen.

Mein Mann ist ein lustiger Geselle, er lehnte dankend ab und meinte, er nähme lieber einen Whiskey. ICH fand das unheimlich lustig! Und hört hört, er bekam tatsächlich einen Whiskey. Er wurde allerdings aufmerksam erst von einem 4cl Massbecher abgemessen, bevor ihn der Gastgeber stolz überreichte.

Was soll ich sagen? Ja, ich bin dankbar, dass wir überhaupt eingeladen wurden. Nein, ich werde dort nicht wieder hingehen. Nie wieder.

Das war Hardcore. So etwas habe ich noch nie erlebt, nicht mal annähernd. Es ist nicht, dass ich nicht genug bekommen hätte, ich fühlte mich einfach keine Sekunde wohl dort. Ich hatte konstant das Gefühl, dass wir stören würden und nicht willkommen waren, was aber offenbar nicht der Fall war.

Der Hund liegt wohl ganz einfach darin begraben, dass der Geiz grösser war als die Freude über unsere Anwesenheit. Aber wer geizig ist, soll Einladungen bitte einfach sein lassen.

Ich finde es ganz schlimm, wenn man beispielsweise Geld als Unkostenbeitrag von seinen Gästen verlangt. Alles schon erlebt. Oder wenn man zum Grillen das Fleisch selber mitbringen soll, wenn die Gruppe nur 6 Mäuler zählt. Oder wenn man das Essen abzählt, bzw. zuwenig davon da ist.

Wie gesagt, wer kein Essen spendieren will, muss ja nicht. Hier rate ich wirklich zur Konsequenz. Macht keine Einladungen, wenn ihr nicht dazu bereit seid. Trefft euch lieber zum Kaffee (der wird ja wohl noch drin liegen, oder?), oder in einem Restaurant, wo der Geizige sein Getränk selber übernehmen kann (oder hofft, dass das der andere für ihn tut).

Geiz ist nicht geil. Schon gar nicht beim Essen.

xoxo Grace2

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