In Frieden versagen

Versagen, Scheitern, Fehler machen.

Der Alptraum schlechthin. Und doch kommt keiner von uns darum herum.

Jeder Mensch scheitert. Jeder.

Keiner marschiert hier geradewegs durchs Leben. Fehler passieren. Die kleinen, die fast nicht der Rede wert sind, genauso wie die grossen, gravierenden, von denen wir es eigentlich hätten besser wissen müssen.

Ja, der Mensch scheitert, versagt. Immer und immer wieder. Und wir schämen uns schrecklich dafür. Manchmal sind wir selber schuld, manchmal bestimmen andere für uns, manchmal ist es einfach das Leben, das vorsieht, dass Dinge nicht klappen sollen. Jedesmal ist es ein kleiner Weltuntergang.

Einige können nicht mal darüber reden vor lauter Scham, einem Gefühl von Minderwert, vor lauter Angst. Als ob es abnormal wäre! Aber das Scheitern passiert sowieso. Zwangsläufig. Denn wir sind Menschen.

Ich wünschte mir, wir könnten das alle etwas leichter nehmen. Ich wünschte mir, wir könnten einander öfters mit einem Lachen erzählen, was wieder mal nicht geklappt hat.

Auch wenn es eine Floskel ist – es ist wahr: Für jede verschlossene Tür öffnet sich eine neue.

Unsere Gesellschaft schreit nach Perfektion. Aber die gibt es nicht. Nicht bei Menschen. Und trotzdem verlangen Vorgesetzte lupenreine Arbeit. Trotzdem gaukeln Medien den perfekt geformten Menschen vor, trotzdem wünscht man sich insgeheim den perfekten Partner. Aber Menschen ohne Fehler gibt es nicht. Gottseidank.

Aus Fehlern lernt man. Aus Krisen wächst man. Im Moment fällt es natürlich schwer, das so zu sehen. Aber im Nachhinein schaut man so oft zurück und lächelt, dankbar darum, dass sich damals diese eine Tür verschlossen hat. Denn nur so kam man überhaupt zu dem Ort, an dem man heute ist.

Fehler haben ihren Zweck. Sie zwingen uns auf andere Wege, die wir sonst nicht gesehen hätten.

Vermeintliches Versagen prüft auch unseren Glauben. Wer gibt auf? Wer lässt sich nicht beirren und hält an dem fest, wovon er felsenfest überzeugt ist? Ist man auch wirklich felsenfest überzeugt? Sylvester Stallone zum Beispiel wurde mit seinem Drehbuch für Rocky über 300 mal abgewiesen. DREIHUNDERT MAL !

Er gab nicht auf. Er ist 300 mal und mehr gescheitert, und mit jedem Mal wurde er strikter in seinen Vorgaben und Forderungen, bis er „gewann“.

Denn was bedeutet Scheitern eigentlich? Woher wissen wir, was tatsächlich „gut“ oder „schlecht“ für uns ist?

Fehler, Hindernisse, Schluss-Striche helfen dabei, neu zu überlegen. Es lohnt sich ohnehin immer, die gewohnten Dinge zu hinterfragen. Es lohnt sich auch, seine Wünsche zu hinterfragen. „Protect me from what I want“, ist immer noch einer meiner Lieblingssprüche.

Versagen werden wir sowieso. Nicht nur einmal. Und statt sich dafür zu kasteien und den Kopf in den Sand zu stecken, wäre es viel sinnvoller, seinen Frieden damit zu machen.

Wenn man nämlich einmal seinen Frieden damit gemacht hat, ist der Geist auch offen für neue, andere Wege, die am Schluss vielleicht sogar viel besser sind

xoxo Grace2

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